Reise Informationen zum Reiseland Schweden
In Nordeuropa auf dem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel erstreckt sich zwischen 62 00 Nord und 15 00 Ost das Königreich Schweden. Ein Teil liegt nördlich des Polarkreises. Die längste Nord-Süd Ausdehnung beträgt 1.572 km, von Westen nach Osten bis zu 499 km, die Staatsfläche umfasst ca. 450.000 qkm. Schweden grenzt an das Kattegatt und die Ostsee sowie an die Nachbarländer Norwegen und Finnland. Es gibt etwa 221.800 Inseln, darunter die beiden großen Ostseeinseln Gotland und Öland. Weite Teile des Landes sind flach und hügelig. Entlang der norwegischen Grenze jedoch steigen Gebirgsmassive bis auf 2.111 m (Kebnekaise) an. Der südlichste Teil Schwedens ist die historische Provinz Schonen, eine Fortsetzung der Norddeutschen und Dänischen Tiefebene. Im Norden schließt sich das Südschwedische Hochland an, eine Hochebene umgeben von einer Hügellandschaft mit vielen lang gestreckten Seen. Die Mittelschwedische Senke ist eine flache, zerklüftete Landschaft mit großen Ebenen, Tafelbergen, Fjorden und Seen. Hier liegen auch die vier größten Seen Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren. In Nordschweden wird der Westen durch das Skandinavische Gebirge mit Höhen zwischen 1.000 und 2.000 m geprägt. Nach Osten zu erstrecken sich große Hochlandebenen zwischen 600 bis 700 m Höhe, die in ein nach Osten abfallendes welliges Hügelland übergehen. Die großen Flüsse fließen vom Skandinavischen Gebirge fast parallel zur Ostsee. Entlang der Ostseeküste erstreckt sich eine überwiegend ebene Küstenlandschaft. Schwedens Klima wird vom Atlantik und dem Golfstrom bestimmt und ist für seine geografische Lage verhältnismäßig mild. Nur im nördlichen Hochgebirge kommt polares Klima vor.
In Nordschweden bestimmen Nadelwälder das Landschaftsbild, die nach Süden zu immer häufiger durch Mischwälder ersetzt werden. Schwarz- und Rotwild gibt es reichlich, doch besonders bekannt ist Schweden für seine vielen Elche, die aber auch eine besondere Gefahr im Straßenverkehr darstellen und intensiv bejagt werden. Als erstes europäisches Land richtete Schweden schon 1910 Naturschutzgebiete ein, die Menschen haben ein starkes Umweltbewusstsein.
Die schwedische Gesellschaft
In Schweden leben über 9 Mio. Menschen, darunter 2,5% einheimische Finnen (Finnland gehörte rund 1.000 Jahre lang zu Schweden) und noch 20.000 Samen. 6,7% der Bevölkerung sind Ausländer. Landessprache ist schwedisch, das dem norwegischen sehr ähnlich ist, und viele Schweden sprechen englisch. 75% der Menschen sind evangelisch. Schweden war schon immer unabhängig und stellt sich heute als parlamentarisch-demokratische Monarchie dar. Staatsoberhaupt ist der König, Regierungschef der vom Reichstag ernannte Premierminister. Der Reichstag bildet eine Kammer mit 349 Sitzen, die Abgeordneten werden alle vier Jahre gewählt. Das Land ist in 21 Provinzen gegliedert, wird zentralistisch verwaltet und ist unter anderem Mitglied in der EU und im Nordischen Rat, gehört jedoch nicht der NATO an. Währungseinheit ist die Schwedische Krone, Autokennzeichen S, Internetkennung .se und Telefonvorwahl +46.
Wirtschaft in Schweden
Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Schweden die Wandlung vom ausgeprägten Agrarstaat zur modernen Industriegesellschaft ein. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Schweden zu einer der führenden Industrienationen auf der Welt, heute gewinnt das Dienstleistungsgewerbe immer mehr an Bedeutung. Noch werden zehn Prozent der Staatsfläche landwirtschaftlich genutzt, fast ausschließlich in Süd- und Mittelschweden. 52% des Landes sind mit Wald bedeckt, so dass der Forstwirtschaft einige Bedeutung zukommt. Schweden ist reich an Bodenschätzen, die zum Teil auch exportiert werden. Die größten Industriezweige sind Fahrzeugbau, Holz- und Papierindustrie, Maschinenbau und die Elektro- und Elektronikindustrie. Über die Hälfte der in Schweden erzeugten elektrischen Energie stammt aus Wasserkraftwerken an den großen Flüssen im Norden des Landes, 43% werden in Kernkraftwerken erzeugt. Neue werden jedoch nicht mehr gebaut, die vorhandenen sollen bis 2010 vom Netz gehen. Schweden besitzt ein gut ausgebautes Eisenbahn- und Straßennetz, es gibt eine Reihe von Flughäfen und der Schifffahrt kommt aufgrund der langen Küstenlinie noch immer eine große Bedeutung zu.
/ Roland Böhme



