Interessante Reise Infos zum Urlaubsland Portugal
Im äußersten Westen des europäischen Kontinents und der iberischen Halbinsel liegt die Portugiesische Republik. Sie erstreckt sich 561 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 218 Kilometer in West-Ost-Richtung; mit den autonomen Republiken Madeira und Azoren umfasst das Staatsgebiet über 92.000 qkm. Im Westen und Süden wird es vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Auf dem Festland herrscht Atlantik- und Mittelmeerklima, auf den Azoren gemäßigtes Klima und auf Madeira subtropisches Klima. Die Hauptstadt ist Lissabon und wurde 1755 von einem Erdbeben fast völlig zerstört. Hier wohnen etwa 1,9 Millionen der insgesamt 10,5 Mio. Einwohner. Die Landessprache ist portugiesisch, das übrigens weltweit von etwa 190 Mio. Menschen gesprochen wird. Fast 94% der Bevölkerung sind römisch-katholisch, Protestanten, Muslime, Juden und Orthodoxe bilden nur kleine Minderheiten. Phönizier, Griechen und Römer besiedelten das antike Portugal. Schon seit der Gründung des Staates im 12. Jahrhundert (1139 gründete Alfonso I das Königreich Portugal) besitzt Portugal die Unabhängigkeit, nur unterbrochen durch die spanische Besetzung von 1580 bis 1640. Zwischen 1495 und 1521 erfolgte die Kolonialisierung von Überseeländern. In höchster Blüte steigt Portugal zur führenden See- und Handelsmacht auf, verfügt über Kolonien in Brasilien, Afrika, Arabien, Indien und China, ist Weltmacht und reichste Nation Europas. 1910 war das Ende der Monarchie, 1926 kam es zu einer Militärdiktatur und seit 1976 verfügt das Land über eine sozialistisch ausgerichtete Verfassung. Das Staatsoberhaupt der parlamentarischen Republik ist der Staatspräsident, Regierungschef der Premierminister. Das Parlament besteht aus einer Kammer mit 230 Sitzen. Mit Ausnahme der autonomen Regionen Madeira und Azoren wird das Land zentralistisch verwaltet und ist unter anderem Mitglied der EU, der NATO, des Europarates, der OECD und der UNO. Zahlungsmittel ist der Euro, internationales Kraftfahrzeugkennzeichen das P, Telefonvorwahl +351.
Höchster Berg ist der Pico Alto auf den Azoren mit 2.351 Meter. Westlich von Lissabon liegt Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes.
Das Klima in Portugal
Im Norden Portugals herrscht ein relativ kühles und feuchtes Klima. Hier findet man auch die am dichtestes besiedelten Gegenden des Landes, die Provinz Minho. Dem Klima und der vergleichsweise üppigen Vegetation verdankt die Landschaft die Bezeichnung „Grüner Garten Portugals“. Auf den Hängen vieler Flusstäler wird neben zahlreichen Gemüsesorten Wein angebaut, aus dem die berühmten Portweine und Vinho Verde entstehen. In den niedrigeren Höhenlagen wachsen Olivenbäume und Pinien, weiter oben Kastanien und Eichen. Im Nordosten liegt die dem Meer abgewandte, sehr gebirgige Seite von Portugals Norden. Hier gibt es sehr heiße Sommer und sehr kalte Winter, die Vegetation wird, vor allem in Richtung Spanien, immer spärlicher. Beide Provinzen werden von zahlreichen Flusstälern durchschnitten.
Im hügeligen bis gebirgigen Mittelportugal findet man ein bedeutendes Gebirge mit Skigebiet, die Serra da Estrela. Hier mündet auch der Tejo, wichtigster Fluss des Landes, bei Lissabon in den Atlantik, das Klima ist ideal für den Weinbau, doch auch Getreide, Reis, Sonnenblumen und Gemüse gedeihen gut.
Die südliche Region Portugals ist eben bis hügelig, trocken und heiß. Die frühere Kornkammer ist nur noch dünn besiedelt, weitläufige Getreidefelder, Olivenhaine und Korkeichen bestimmen das Landschaftsbild. Hier findet sich auch die beliebteste Touristenregion des Landes, die Algarve mit ihren pittoresken Städten, Steilküsten und Sandstränden. Die drei wichtigsten Flughäfen auf dem Festland sind Lissabon, Porto und Faro, das Straßennetz ist gut ausgebaut. Taxis sind relativ günstig, ebenso wie die Busse, die ein dichtes Liniennetz bedienen. Exportiert werden Bekleidung, Schuhe, Maschinen, Chemieprodukte und Kork, Zellstoff und Papier. Importiert werden Maschinen, Fahrzeuge, Öl und Ölprodukte sowie Landwirtschaftsprodukte. Der Anteil der Landwirtschaft liegt nur bei 5% (Tourismus: 8%) am Bruttoinlandsprodukt, so dass mittlerweile fast die Hälfte aller Nahrungsmittel importiert werden.
/ Roland Böhme



